Mittwoch, 3. Juni 2015

Richy atmet aus

Als Richy die Augen öffnet hört er das Rauschen der Wellen, er hört den Strand und die Wolken am Himmel.
Sie ziehen schnell, zu schnell denn er ist noch nicht wach. Er schließt Augen und Ohren und atmet aus.......



"Wo und wer bin ich?
Die Gedanken und Erinnerungen durchströmen mich. Ich halte nichts fest, komme aber immer wieder zu dem Rauschen und den Wolken zurück die ich gerade sah. Ich atme aus...........
So lange bis nicht ich, sondern mein Körper von selber wieder einatmet. In diesem Moment bin ich wieder wach, halte aber noch die Augen geschlossen und versuche den Gedanken von eben nachzujagen und ihn am Schwanze zu packen. Ich höre einen Satz in mir:
‘Du bist wie eine Wolke, deine Emotionen sind so diffus wie eine Wolke. Sie verändern sich schnell, nicht nachvollziehbar und vorhersagbar’”



Richy öffnet seine Augen und richtet sich auf. Er schaut sich nach links und rechts um, checkt den Strand, schaut dann wieder aufs Meer und grinst.

“Was wollen die eigentlich alle von mir?
Egal!
Zum Check auf die linke Jackentasche geklopft, es klimpert, Schlüssel ist da, auf die recht, Handy und Geldbeutel am Start. Los gehts, jetzt erstmal nen Fischbrötchen und nen Bier.”

Im nu sind seine Gedanken verflogen, lächelnd und im Hier und Jetzt läuft er den Strandaufgang entschlossen hoch. Beim Fischbrötchenstand bestellt er kundig natürlich nur Fisch der zumindest hier vor Ort gefangen sein könnte. Die Nachfrage ob es denn wirklich so ist, spart er sich, denn Richy will gute Laune haben, damit die Gedanken ja weit weit weit weg verfliegen. Verarsche beim Essen regt ihn innerlich sehr auf, auch wenn man ihm das nicht wirklich ansieht, bzw. er es einfach auch nicht gleich richtig spürt.



Ein paar Minuten später sitzt er wieder an der gleichen Stelle am Strand. Vor sich festlich drapiert die Fischbrötchen und sein Bier. Er nestelt an seiner rechten Jackentasche, holt sein Handy raus und macht Fotos seiner Drapage aus jedem Winkel. Richy und sein Handy umschwirren das Fischbrötchen wie eine Fliege ihren Scheißhaufen.

“Geschafft! Das Letzte Bild wird geil. Jetzt erstmal reinbeißen und das Bier ploppen. Ein Schluck, ein Ahhhh und einmal ausatmen.
...
Die Zeit bleibt kurz stehen
Meine Blicke schweifen übers Meer und bleiben bei einer wunderschönen ausgefransten Wolke hängen. Scheiße, Gedanken kommen mir immer beim aufwachen und beim Essen & Genießen, ich hätte es wissen müssen.”
...
Richy atmet noch einmal aus
...
"Also was sagte Sie nochmal?
Meine Emotionen sind wie Wolken. Sie hätte noch nie jemand mit solch diffusen Emotionen kennengelernt.
Ich spüre richtig wie ich kein Bock habe darüber nachzudenken, lieber google ich Emotion und werde fündig: Eine Gemütsbewegung die durch die bewusste oder unbewusste Wahrnehmung eines Ereignisses oder einer Situation ausgelöst wird.

Momentchen mal, wieso fühlt sich "diffus" denn so negativ an? Wieso denke ich mich denn damit und mit mir beschäftigen zu müssen?"






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