Mittwoch, 23. Januar 2013

Ingress macht mich wahnsinnig

Ingress macht mich momentan wahnsinnig, diese unglaubliche Sucht nochmal auf die Intel-Map zu schauen, den Chat durchzulesen und dann ständig das Bedürfnis raus zu gehen und eine Aktion starten zu müssen und das bei dieser Kälte.

Genau 7 Wochen ist es momentan her, dass ich wie hier rechts zu sehen das erste mal durch die eisige kalte Nacht und durch den Schnee stapfte.
Unglaublich damals noch ohne Handschuhe und ohne Extra Batteriepack ;)







Morgens vor der Arbeit ne halbe Stunde früher aufstehen um nochmal an der East-Side zu farmen... ich kenne dort mittlerweile jede Fussplatte, die in meinem Blickfeld hinterm Handy auftaucht. Touristen schubse ich weg und dann erschrecke ich jedes mal vor dem an die Mauer gemalten Mann. Nach der Arbeit nochmal nen Stündchen irgendwohin, ein paar Portale runterholen, links spannen und dann spät nach Hause und dort die vorwurfsvollen Blicke meiner Frau und meiner süßen Tochter sehen, dass ich die Zeit nicht mit ihnen verbracht habe.


Ich hatte den beiden Versprochen, nur noch ein Level, dann ist der Reiz weg. Das ist mittlerweile ein paar Wochen her und ich war frisch gebackener Level 4 Frosch. Mittlerweile bin ich L7 und es hört nicht auf. Es wird noch schlimmer, mittlerweile geht es nicht ums leveln, sondern um Taktik, Strategie und Community.

Dass ich noch nicht überfahren wurde, grenzt an ein Wunder. Starr gebannt aufs Display den Resonator suchend über die Strasse laufend, oder über den Zaun auf den Friedhof springend. Ich könnt Geschichten erzählen, lass ich lieber, meine Mutter liest ja hier mit ;)

Ich erwische mich dabei, wie ich mit dem Baby auf dem Arm und dem Handy im Anschlag am Fenster warte bis ein Schlumpf sich an "meinem" Portal zu schaffen macht, um ihm dann mit Nachdeployment das Leben schwer zu machen.

Wenn ich eine Email erhalte, das ein Portal angegriffen wird, steige ich wahllos in die nächste Bahn/Bus/Taxi um beim fahren XM zu sammeln und damit das angegriffene Portal rechargen zu können.

Wie absurd ist es, dass von meiner Taxirechnung in der ganzen Zeit sicher mancher einen Monat von leben muss..

















Ein weiterer fieser Suchtfaktor ist, dass dieses Spiel so verdammt sozial ist. Man trifft Leute, fachsimpelt, grüßt selbst seine größten Feinde und plant tolle Aktionen mit seinen Teammitgliedern.

Mittlerweile haben wir einen Stammtisch und die langweilige Berliner Situation hat sich ins Gegenteil umgekehrt.

Dieses Wir-Gefühl macht nicht nur süchtig, es schürt auch Erwartungen: Mein Team braucht mich jetzt, ich muss jetzt raus und ihm helfen.

Was ich hier beschreibe ist sicher eine klassische Spielsucht, die alle World of Warcraft Spieler schonmal gehabt haben. 

Bei mir ist das Computerspielen aber schon mindestens 10 Jahre her. Meine letzten durchzockten Nächte waren mit Monkey Island, Diabolo und Civilization und da war ich noch nicht Familienvater und Abteilungsleiter.

Und nu?
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