Dienstag, 10. November 2009

Restaurant Jules Verne

#Mauerfail
Zum Tag des Mauerfalls am 9.11.2009 haben wir uns die Beine am Brandenburger Tor in den Bauch gestanden und den rechten Arm mit dem Regenschirm gestaucht.
Nachdem wir nach der Feier nicht durchs Tor gehen konnten (#fail) um unseren Vater auf der West-Seite in den Arm nehmen zu können, mussten wir über S-Friedrichsstraße ausweichen und haben uns dann am HBF vereint.
Da die lukullischen Freuden am HBF nicht verteilt werden entschieden wir uns in den "Westen" zum Savigny-Platz zu fahren.


Dort angekommen waren es auch nur ein paar Schritte bis uns das schöne Äußere des Restaurant Jules Verne einlud. Das Interieur ist sehr schlicht gehalten, etliche einfache Tische die eher ungemütlich auf uns wirkten, wir haben uns daher auf die typische Ledereckbank gezwängt und 2 Tische zusammengestellt.



Restaurant Jules Verne


Hier ein wunderschöner Eindruck. Eine wunderschöne handgeschriebene Wochenkarte mit sehr kreativen Gerichten. Leider kann ich euch nichtmehr genau sagen, was es alles gab, denn die Wochenkarte wird auf der Jules Verne Homepage nur als weiße Seite angezeigt ;-(
(Update: auf Nachfrage per Mail bekam ich gerade die Mitteilung, dass die Seite bald wieder verfügbar ist http://www.jules-verne-berlin.de/aktuelles.html)


Vom Namen her denkt man nun man sitzt in einem französischen Restaurant, aber erstens sind die Preise nicht typisch französisch exorbitant überteuert und zweitens bietet die Karte auch Klassiker wie Wiener Schnitzel mit Gurken-Kartoffelsalat, oder Cous-Cous mit Lammwürsten. Ich und meine Mitesser :-) fanden die Karte gut zusammengestellt.


Als Gruß aus der Küche bekamen wir einfaches Stangenbaguette mit einer Kräuterquarkcreme sowie feinstem Gänsegriebenschmalz. Bravo dafür. Der halbe Bordeaux für 10€ war sehr gut und in schönen Gläsern und Karaffe vom Weingut Kreuzberg kredenzt. Der Bordeaux war auch der einzige französische Rotwein, sonst gab es eine tolle Auswahl an Riojas und italienischen Spezialitätsweinen.


Kommen wir zum Essen:


Restaurant Jules Verne


Rose hatte eine vorzügliche Geflügelleber in einer Art Blätterteig. Die Leber war wunderbar mit Majoran abgeschmeckt und selbst mich als nicht gerade großer Leberfreund hat sie begeistert. Der Salat war schön mit Himbeerdressing und links im Bild Hagebuttenmuß angemacht. Ich glaube die Leckerei war um die 9€ also OK.


Restaurant Jules Verne


ALi hat sich einen Kürbisauflauf mit Ziegenkäsebechamel bestellt und war ganz zufrieden. Vielleicht hätten die Lasagneplatten etwas weicher sein können, aber bei so einem Tagesgericht und der Uhrzeit bei der wir die Küche geprüft haben (ca 23.XX Uhr) ist das schon verständlich das nicht mehr alles weich ist :-)


Eine weitere Mitstreiterin bestellte die Fischsuppe und war rundum zufrieden. Als Beilage zur Suppe gab es Parmesan (für mich neu) und natürlich Ajoli.


Restaurant Jules Verne


Ich konnte natürlich nicht wiederstehen und habe mich auf die Spuren von Jules Verne begeben und habe etwas neues französisches ausprobiert und mit allen sinnen erforscht. Boudin noir mit Zwiebelkonfit, Kartoffelpürre und einer herlichen Rotwein/Portwein Reduktion.
Die Boudin noir ist eine sehr feine Blutwurst ohne Fettstücken die so perfekt zum Zwiebelconfit (Zwiebeln, Äpfel, Zucker, Essig) passt. Dazu noch die sehr sehr aromatische Reduktion und schon ist der Schtief begeistert. Der Preis für diese Leckerei lag dann aber auch fast doppelt so teuer wie die anderen Gerichte bei 15€.


Zusammengefasst: eine neue Perle, die es laut Google und Presse wohl schon länger gibt und die man aufgrund der wechselnden Wochenkarten ruhig öfters besuchen kann. Übrigens ich arbeite ja fast in der Nähe und werde demnächst mal das preiswerte Lunchangebot austesten.

Achso kleine Geschichte am Rande, die Kellnerin vergaß einen Weißwein auf die Rechnung zu schreiben. Wir haben natürlich gerne daraufhingewiesen und ihn mitbezahlt.

Bewertung(1-5):
Essen:4
Ambiente:2
Preise:4
Bedienung:3



Jules Verne Restaurant

www.jules-verne-berlin.de

Schlüterstraße 61
10629 Charlottenburg, Berlin
030 3180-9410

Freitag, 6. November 2009

Droidcon & Droidcamp 2009

Erst einmal ein kräftiges Dankeschön an die Organisatoren des Barcamp Droidcamp und der Konferenz Droidcon. Es war eine wunderbare Veranstaltung, die begeistert hat.


1. Tag Droidcamp


alle ausser ich tragen hier auf dem #droidcamp klarnamen am hemd ;)  darf ich vorstellen: Mister Schtief


Ich berichte hier von meinen Eindrücken und persönlichen Highlights. Die beiden Tage fingen auch gleich mit einem Lacher an. Ich hatte mich bei der Plattform mixxt.de für das Barcamp angemeldet und als Namen wie immer öfters in letzter Zeit "Mister Schtief" angegeben. Da war die Überraschung groß, als ich dann auf dem Barcamp angekommen merkte, dass eben dieser Name auf mein Namenschild gedruckt wurde :-)
Lustig natürlich immer die verdutzten Blicke der anderen Teilnehemer, wenn sich ihre Blicke auf meiner Brust verirrten :-)


Für alle die nicht wissen, was ein Barcamp ist, empfehle ich den entsprechenden Eintrag in der Wikipedia. Kurz zusammengefasst, nach einer kurzen Begrüßung der ca 150-200 Teilnehmer hat jeder kurz seinen Namen gesagt und 3 Wörter die ihn beschreiben. Nach ca. 45 Minuten wusste man in etwa mit welcher crowd man es zu tun hat.
Der nächste Schritt ist dann, dass alle die eine Session (Vortrag, Fragerunde, Spiel, Problembehebung, einfach alles was gemeinsam möglich ist) machen wollen nach vorne kommen und den Titel auf einen Zettel schreiben. Die Sessions werden kurz vorgestellt und nach dem Interesse gefragt. Werden genug Arme gehoben, hängt man seinen Zettel an das Session Grid das in TimeSlots und Räume unterteilt ist.
Schwupps und schon steht die selbstorganisierte Konferenz.


der #droidcamp schedule ich bin um 11.45 dran


Ich bin mit meinem Kumpel Ben (http://www.keyboardsurfer.de) zum Droidcamp gekommen und wir haben uns kurzfristig entschlossen auch 2 Sessions zu machen. Ich habe meine Post-Privacy Provokation http://www.schtief.org "Ich mache meine Vorratsdatenspeicherung lieber selber" vorgestellt und Ben hat seinen Vortrag vom Berliner Android Stammtisch zum Thema Android Rooting (Folien) gehalten.



Ich habe zuerst schtief.org vorgestellt dann ein wenig über die Entwicklung der Technologie gesprochen. Von der Android App die die Location als Backgroundservice an Google Spreadsheets gesendet hat bis hin zu Google Latitude welches ich nun mit der WhereIsSchtief App Engine auslese.
Dann noch die Integration von Flickr und Twitter und dann ging die hitzige Diskussion los :-)
Mittendrin habe ich dann noch den Begriff Post-Privacy vorgestellt und meine Zuhörer animiert sich eine Gesellschaft vorzustellen, bei der jeder über jeden alles wissen könnte.



Dazu schrieb @cpwackernagel (der auch das Foto hier gemacht hat) passend bei Twitter "@mrschtief das war ja schon fast esoterisch die Diskussion". Als Abschluss habe ich dann meine Session ad absurdum geführt und meine Position "gelogen" und schwupps war ich in Hamburg auf der Reeperbahn :-)


Die beste Session am Tag wurde von Tobias Rho von der Universät Bonn / Firma Qeevee er machte eine Doppelsession zum Spiel "Mister X mobile".



mister x kennt sich in dahlem nicht aus wir haben ihn,jetzt google  earth reply #droidcampjetzt gehts los mister x haut ab 2min vorsprung bekommt er #droidcamp


Ich will nicht zu viel verraten, aber dieses RealLife Spiel ist echt der Hammer. Wir haben uns durch Dahlem gejagt und hatten einen Riesenspass dabei. Ein Spieler ist Mister X und bekommt z.B. 2 Minuten Vorsprung. Ist diese Zeit abgelaufen, sehen ihn alle Jäger auf ihrer Google Map, sprechen sich kurz ab und machen sich auf die Verfolgung.
Die Position von Mister X wird nun alle 2 Minuten wieder angezeigt es sei denn, Mister X findet ein Gadget auf der Karte, dann geht er dort hin und sammelt es virtuell ein, um so z.B. seine Zeitdauer zu verlängern. Auch die Jäger können Gadgets wie z.B. Nebelbomben, die die Karte weiß übermalen, oder z.B. Konferenzcalls, mit denen sich alle Jäger telefonisch unterhalten können, finden.





Hier seht ihr den Ablauf des Spiels bei dem ich Mister X (schwarz) war und eine Finte gelegt habe, indem ich in eine Straße gegangen bin und kurz nachdem ich sichtbar war, die Straße wieder zurückgegangen bin. Meine Jäger dachten jedoch ich wäre die Straße weiter reingelaufen :-)
Wenn alles glatt geht, dann können wir warscheinlich auf dem nächsten Berliner Android Stammtisch ende November alle Mister X mobile spielen. Drückt die Daumen.


Weiterhin bleibt noch die Session von perfecto mobile zu erwähnen. Sie begann zwar als vermeintlicher Sales Talk und einige verliessen den Raum, aber sie wurde noch spannend. perfecto mobile bietet einen Dienst an, bei dem man seine Android oder sonstige Applikationen auf eines der über 400 Telefone installieren kann. Das besondere: perfecto mobile hat alle Telefone in ein Rack gesteckt und beobachtet jedes Gerät mit einer Kamera. So kann man seine App auf jedem Gerät testen, und dabei über die Kamera live zu sehen wie sie sich verhält, die Maus ersetzt den Fingerdruck auf dem Display.
So weit so schön, aber als sie dann noch ihre automatische Testumgebung vorgestellt haben, ist uns doch schon die Kinnlade leicht heruntergeklappt. Ich könnte also ein Testskript schreiben, welches mal hier mal da klickt und könnte dann ein screenshot machen (über die ADB) und mit Hilfe derer OCR Software das Angezeigte auswerten und einen Testanker setzen.
Wenn man das ganze jetzt noch automatisiert in seine Build-Prozesse einbaut :-)


Wir haben uns dann alle nochmal zum Wrap-Up getroffen und haben diskutiert, was man wie eventuell besser machen kann. Auf jeden Fall waren alle begeistert und freuen sich schon auf das Droidcamp 2010


2. Tag Droidcon

Ich muss gestehen, ich habe mir die ersten 2 Keynotes der Konferenz gespart, da ich den Abend vor dem Droidcamp schon ordentlich einen mit den Droidcamp Organisatoren gehoben hatte und nach dem Droidcamp auch noch in meiner Bowling Liga IBL ran musste.
Nach der Kaffepause hörte ich mir dann die Vorträge im Plenum (Android - the Philosophy, the Ecosystem and the Technology, Cross Platform Development: Where to start from and how to cross OS borders) gelangweilt an. Nichts wirklich neues für mich und auch hier wieder dieses schnelle englische Reden macht mich einfach irre und ich komm verdammt schnell raus, aber das ist wohl mein alleiniges Problem oder?

Nach dem wiedermal tollen Buffet gab es dann 4 Track mit je 6 Vorträgen. Von den 6 die ich gehört habe waren 2.5 interessant :-)


Der beste Vortrag des Tages, aus meiner Sicht, kam auch gleich zuerst im Application Track "Indoor Positioning with Smartspace"
Das Problem: In Gebäuden wie Universitäten, Flughäfen oder Behörden hat man keinen GPS Empfang und kann so nicht wie gewohnt navigieren.
Ein paar junge Studenten der Uni Tuebingen haben sich mit diesem Problem beschaeftigt

und verknuepfen GSM bzw. WLAN Fingerprints mit den Daten der Beschleunigungssensoren sowie des Kompass des Androids.
Es gibt bereits eine Lern-App, mit der man durch Räume gehen kann und die Netzwerkumgebungen lernen kann. So empfängt man z.B. in der Küche Nachbars Wlan-Netzwerk während man vielleicht im Schlafzimmer kein GSM empfang hat. Anstelle von Navigation in der eigenen Wohnung koennte man sich z.b. automatische Lichtschaltung nach Raumbenutzung vorstellen.

Sobald die Diplomarbeiten abgeschlossen sind wird das Projekt Open Source. Nochmal Bravo und Toll.


Danach enttäuschte mich leider der Anfang des Zanox Sales Talk, @kr1sp1n hat dann noch die Kurve gekriegt und eine Android-Lehrbuch App vorgestellt. Andora, so heißt sie verwendet mittels zwei Intents zwei weitere Apps. Zum einen den Barcode-Scanner um den Barcode eines Buches zu Scannen, sowie Twidroid um einen Link zu eine Zanox Partner der das Buch anbietet per Twitter zu empfehlen.

Schade auch fuer die beiden sympathischen Jungs die extra aus Brasilien angereist sind um ihr Andromeda (Android Motion Effects Detection Architecture) Projekt vorzustellen. Eigentlich eine tolle idee Handybewegungen wie z.B. ein Schütteln über ein Framework erkennen zu lassen. Aber die Codebeispiele zeigten,dass die erkennbaren Bewegungeng sich auf einfache links/rechts/hoch/runter-bewegungen beschränken, da einfach nur mit den vorherigen Beschleunigungen verglichen wurde.
Aber so ein Vortrag regt natürlich auch an und so haben wir uns gleich das Framework mit einem lernfähigen neuronalen Netz vorgestellt mit dem man auch komplexe Bewegungen erst erlernen und danach erkennen könnte.

Cebit 2003

Spannend fuer mich wurde es dann beim Shark (mobile Shared Knowledge) Vortrag.


Shark ist ein Framework um Daten mit Hilfe von semantischen Netzen im P2P style (z.b. im Vorbeigehen mit Bluetooth) auszutauschen.
Das Bild hier links zeigt mich im Jahre 2003 auf der CeBit. Ich habe als Student und studentischer Mitarbeiter damals an der TU-Berlin an diesem Projekt gearbeitet und Studenten betreut.
Jetzt 6 Jahre später ist das Projekt mit über Umwege an der HTW Berlin gelandet und hat mit Android ein passendes mobiles Framework als Grundlage gefunden.



Leider hat sich das Projekt nicht wirklich verändert/verbessert. Es wird immer noch am Framework und dem Konzept gewuselt und so weit wie wir damals mit unserem Prototyp mit Palm+Bluetooth auf der CeBit waren sind die Android Entwickler noch lange nicht.
Shark fehlt es einfach an einer Killer-App die das Konzept dahinter einmal richtig zum Vorschein bringt. Nach dem Vortrag wurden deshalb auch viele kritische Fragen zu SPAM und Reputation gestellt. Ich würde mich jedoch freuen, wenn Shark irgendwann einmal fliegen lernt und es Anwendungen dafür gibt.


Erwähnenswert war dann noch der Vortrag von Arne Handt (@handtwerk) zum Thema Face Detection with Android. Stellt euch vor ihr könnt euer Android einschalten indem ihr in die Kamera schaut :-)


Alles in allem zwei wunderschöne Tage.


Hier ein QIK-Video vom Abschlusspanel
Und hier die Twitterliste mit allen die auf dem Droidcamp und der Droidcon getwittert haben

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