Samstag, 26. Februar 2000

Marterls Muse(Samstag 26 2 2000)

Marterls Musen

Je seltener, desto schoener! Eine Feststellung die ich an diesem, im Zeichen der Familie stehendem Wochenende machte. Auch dass die Eltern ihre Soehne besuchen kommen hat schon etwas Erhabenes.
Es war das viertel Jahrhundert, dass Axel spielend hinter sich brachte und die Aussicht auf neue Spielereien, die meine Eltern herlockten. Fuer mich eine der leichtesten Uebungen, die sich in kurzem Aufraeumen und ewigem so sein wie ich halt bin aeusserte. Ich geb zu, dass Geburtstag zu feiern leichter ist als zu haben und ausserdem hatte ich auch nicht das Vergnuegen meiner Mutter die Freundin vorstellen zu duerfen ;-)
Whatever, alles gelang perfekt denn Jenny, die starke Frau an Axels Seite und Angie beeindruckten mal wieder mit ihrem Programm.
Hervorragendes Chanson-Theater, welches ich schon zu unserer Einweihungsparty geniessen durfte. Fuer alle die sich nicht bis durchklicken wollen, habe ich hier ein paar Schmankerl bereitgelegt und
nehmt die Chance war, die Beiden zu eurem Event zu Buchen
[email an meinen Bruder, mich oder ruft direkt unter (030)44731828 an]

Videoausschnitte aus dem alten Programm:
Die Ansage mit dem ersten Stueck als Slideshow mit Supersound (Stream fuer Modem)
kauft euch die Maenner (Stream fuer ISDN)
Sie ist eine Frau, die weiss was sie will (Download 2MB)
Lachen sie, oder weinen sie? (Stream fuer ISDN)

Points 87

Dienstag, 22. Februar 2000

Ich hab's vollbrach(Dienstag 22 2 2000)

Ich hab's vollbracht

Mein 3tes Semester ist zu Ende und ich kann nun endlich ins Hauptstudium gehen, denn auch die Pruefung heute lief nicht schlecht.
Irgendwie war ich so stolz auf mich, dass ich nur noch grinste, mir eine Flasche Sekt kaufte und sie auf dem Weg zum Fernsehturm ploppen liess. Unbeschreibliches ging in mir vor, als ich vom Fernsehturm ueber mein so liebgewonnenes Berlin schaute. Waehrend sich mein Tisch innerhalb von 30 Minuten einmal ueber die ganze Stadt drehte, ich von meiner, mit einem S besetzten, Sachertorte ass und ueber mich, meine 19 Jahre und meine so rosig aussehende Zukunft nachdachte, kam ich.

Sozusagen der ungewoehnlichste Orgasmuss, von dem ich zu berichten weiss. Mein immer mehr wollender Charakter, trieb mich dann ins Cox Orange, wo ich mir die letzte Stunde eines Jazzkonzertes anhoerte und mir von einem angeheitertem Bonner Fraktionsmitglied von der Spendenaffaire erzaehlen liess :-)) *ichweissnichts*
Es war so gegen 2, als der Abend eigentlich erst so richtig anfing und die Barkeeper im Kurvenstar wie ihre Shaker rotierten. Jetzt wollte ich nur noch FREI sein und tanzte, tanzte und tanzte im Sophienclub bis der Besenmensch mich rausschmiss. Da ich ja nicht lange allein bleibe, fuhren wir dann noch zum Tresor, der gluecklicherweise nicht offen hatte, denn so genossen wir noch ein lecker Fruehstueck, bevor ich noch ein Stuendchen Ruhe fand.

Was fuer Abend.

Points 100

Samstag, 19. Februar 2000

Goa vs. Hous(Samstag 19 2 2000)

Goa vs. House

Die Bude war mal wieder voll mit vergnuegungssuechtigen Freunden. Darunter auch diese beiden lasziven und schon oft von mir geknuddelten, Nadl und Pat rick

Eigentlich wollten wir das WMF zum Abschied mit unserer Anwesenheit beehren, doch desto groesser die Meute, desto spaeter und voller wurde das WMF. Mich regt sowas garnicht mehr auf, weiss ich doch wie schwer es ist eine Gruppendynamik zu entwickeln.
Um 1 standen wir dann vor 3 Eingaengen hinter denen Musik zu laufen schien. Ob bim bim links in der Pfefferbank, bumm bumm rechts im Subground oder Mischmusik in der Mitte, jeder war bis zum Fruehstueck mit Spass beschaeftigt. :-)


Points 87

Mittwoch, 16. Februar 2000

Sanfte Part(Mittwoch 16 2 2000)

Sanfte Party

Als junger Berliner, ist es ja irgendwie meine Aufgabe, jeden Club und jede Party zu besuchen.

Hinter dieser Tuer verbarg sich die schwul/lesbische "hungrige Herzen goes Filmfestspiele" Party

Ja es war wohl meine erste richtige homo-Party, oder soll ich lieber sanfte Party sagen :) Hat mich irgendwie mal interessiert, man kann ja kein Urteil drueber faellen, wenn man nie dagewesen war.
Als wir(Madlen beschuetzte mich :) den Club betraten, wehte uns gleich ein ganz anderer Duft um die Nase, leicht suesslich tuffig, oder war es nur Einbildung? Das Publikum verteilte sich zu 70% auf stoppelhaarschnittige-gestaehlte-hauteng-gekleidete Schwule, 10% hardcore Lesben, dass sind die mit 10 millimeter Haarschnitt, die ihre muskelbepackten Schultern unter eine Bomberjacke zwengen. Weitere 10% Frauen von Nebenan und die letzten Prozente waren Transen, Drags, langhaarige, Chinesen, Rocktraeger, Barttraeger .........
Die Musik war der von mir zur Zeit geliebte fluffige House, der doch recht bald zum tanzen animierte. Die Athmosphaere war locker, beschwingt, ja sogar familiaer. Ich kann nicht genau sagen, ob das an der fehlenden Geschlechterwerberei lag, oder daran, dass man ausserhalb der Norm ist.
Es hat mir grossen Spass gemacht und es schreit nach Wiederholung, doch eins habe ich gemerkt, sexuell machen mich die sanften Jungs nicht an. Ein Gespraech oder der gedankliche Austausch dagegen ist aufgrund ihrer Offenheit, Lebensfreude und Weltansicht ein echter Gewinn fuer mich.
Ich liebe halt Menschen


Points 89

Dienstag, 15. Februar 2000

Unglaublic(Dienstag 15 2 2000)

Unglaublich

Eigentlich ist es ja schon schon morgen, also sozusagen von euch aus gesehen schon heute. Der Hunger trieb mich gerade (02:00) nochmal runter zum Doenermann, in unsere lustige 24h Wuerstchenbude im Haus.
Kaum zu glauben, dass der Laden trotz Schlafenszeit noch rappeldicke voll war. Unter denjenigen, die keinen Schlaf fanden war auch einer meiner Nachbarn. Ich kannte ihn schon, Chefkoch in einem Berliner Edelrestaurant, doch die Storys, die er mir heute auftischte suchten Seinesgleichen.
Sein Mitteilungsdrang reichte vom Kaviarweihnachten ueber Hilfstransporte nach Russland bis hin zu der Story, dass er schon mit 19 einen Prosche911´er fuhr. Genau dieser 911´er wahr wohl das Problem in seiner Familie, seine Eltern stritten sich immer darum, welches Auto sie wohl als naechstes kaufen, ohne das die Nachbarin neidisch ueber die Buchsbaumhecke starrt. Als er dann dreist mit seinem Gefaehrt vorfuhr, gab es krach und nun hofft er auf sein Erbe, das Suedmilchimperium und das Schockemoeller Gestuet.
Alle Achtung wuerde da jetzt jemand uninteressiert sagen, doch Moment wer kennt schon die Wahrheit. Gibt es ueberhaupt eine Wahrheit? Sie liegt in der Vergangenheit und niemand kann sie ins Jetzt holen, sie ist Interpretations und Gefuehlssache.
Wieso soll eine Story schlecht sein, nur weil sie nicht wahr ist.
Gerade ihr hier in meinem onlineTagebuch, was ist fuer euch Wahrheit, glaubt ihr mir was ich hier schreibe, oder ist es euch egal?

Points 79

Sonntag, 13. Februar 2000

Hasenjag(Sonntag 13 2 2000)

Hasenjagd

Ich weiss nicht was passiert, wenn nochmal jemand sagt, dass er mich nicht verdient haette.
Trotzdem habe ich mal wieder viel ueber Frauen gelernt. Sie pirschen durch den Wald, halten Ausschau nach Hasen und rennen ihnen dann mit dem Gewehr im Anschlag hinterher. Doch wenn einer unserer langohrigen Freunde stehen bleibt sich vor den Lauf stellt und ihn lieb und nett putzt, dann haben sie keinen Bock mehr.
Ich werd mich nicht anpassen, ich warte auf die Jaegerin, die stark genug ist um mich, meine Gedanken und meine Gefuehle zu geniessen. Doch sicherheitshalber werde ich mir in Zukunft einen Sticker an meine Brust heften:
"Achtung! gefuehlsmaessige euphorische Ansteckungsgefahr"

Points 50

Samstag, 12. Februar 2000

Party as usua(Samstag 12 2 2000)

Party as usual

Irgendjemand hatte Geburtstag und die anderen weihten ihre WG ein, also immer ein Grund mit mehr als einem Dutzend Leute dort einzureiten. Ob Lower, Upper oder der Flurparty, die Stimmung war gut und smalltalk beherrschte die Gesten.

Points 91

Freitag, 11. Februar 2000

Freundeskrei(Freitag 11 2 2000)

Freundeskreis

Nach 3 Wochen Berlin mit seinen Abgasen, seinem Dunst dem Schweiss der Millionen, dem Kot der Vierbeinigen und dem Geraeusch eines Ozeans, wurde mir genau dies klar, als ich der Sonne entgegen ueber die Elbwiesen blickte.
Ich war mal wieder in Dessau und das alljaehrliche Elbehochwasser war von unserem 20meter hohen Speicher gut zu analysieren. Wer haette in diesem Moment an noch etwas schoeneres gedacht? Ich tat es nicht und war deshalb hin und weg, als sich am Abend unser gesamter Freundeskreis, von Hamburg bis ins tiefste Sachsen, die Haende zu einer Party gab.
Die neue Location nannte sich Beat-Club und war eine Halle in einer alten Brauerei, in der in Zukunft noch einiges an Kulturellem laufen wird. Hauptsache sie bauen kein Multiplex rein, wie bei uns im Prenz'lberg.
Anfaenglich guter Sound und fluffiger House von Kai, Topmodel und Sven B war verantwortlich fuer den huepfenden Kreis der uns ans Herz gewachsenen.

Points 97

Donnerstag, 10. Februar 2000

es klingelt Friede(Donnerstag 10 2 2000)

es klingelt Frieden

Die Ueberschrift sagt schon alles aus, mein Telefon klingelt jetzt endlich und mein Leben wird um einiges langweiliger :)
Das gibt mir doch mal die Zeit zu ueberlegen, was in den naechsten Wochen so ansteht. Da muss ich das mit der langen weile gleich wieder revidieren, es kommt die Klausurzeit auf mich zu. Angst? Nein die hab ich nicht, denn bis jetzt hab ich noch nie eine verhauen, aber vielleicht macht mich das zu sicher und wird mir diesmal zum Verhaengniss.
alea iacta erit
Und wenn er gelandet ist, dann besuch ich schon das Hauptstudium und werde endlich mal den Schritt in die Arbeitswelt wagen.

Points 84

Dienstag, 8. Februar 2000

Ohnmach(Dienstag 8 2 2000)

Ohnmacht

Ist wohl eines der schlimmsten Gefuehle, die man haben kann. Auch wenn ich es gestern Aufgrund niederer Beweggruende erfahren durfte, es war der Horror.
Es ging mal wieder um, was kann es anderes sein, mein Telefon. Es wurde alles installiert und die von der Telekom gaben freie Bahn fuer Arcor, doch die meinten, es liege eine Stoerung seitens der Telekom vor. Daraufhin durfte ich mir etliche Stunden die Wartemelodie der zahlreichen Arcor0800-lines anhoeren.
Da sass ich nun beim Doenermann um die Ecke auf dem Stuhl, meine Stirn runzelte sich, als ich nach 33 Minuten Warteschleife wieder diese Ansage hoerte: "Im Moment sind leider alle Leitungen belegt, aber der naechste freie Kundenbetreuer ist fuer sie reserviert, haben sie noch ein wenig Geduld"
In mir verspannte sich alles, die Hand zerdrueckte foermlich den Hoerer.

AAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHGRGGERGERGDRGGDFGHRTHHJTYJNNTYJTYKUYKIUKMRTGWEFDXQWDWQDWDQWDDEWFDERGTYHJKKJRTGVFDHYUKOI:YHBFVETHTUKUO:PJTFEFGTYJILP:HRFDEWGULKP:PKJGFEWFD%THY*KO:

Ich weiss sie wollen mich innerlich zerstoeren, doch ich warte weiterhin bis heute abend 21.30, denn ab dann kann ich sie verklagen.

Points 57

Montag, 7. Februar 2000

Sucht, Inspiratio(Montag 7 2 2000)

Sucht, Inspiration

Ein kurzes Brainstorming ueber den Begriff Sucht fuehrt mich zu dem Gedanken, dass Sucht nur eine einseitige Beschreibung ist. Der Suechtige lebt in einer anderen Welt, ob nun aus freien Stuecken und aus eigener Ueberzeugung oder aus Flucht und materieller Abhaengigkeit, dass sei erstmal dahingestellt. Also ist ein Suechtiger ein Begriff der normalen Welt fuer jemanden, der viel in einer anderen Welt lebt.
Doch wie darf ich mir dass dann mit dem Internet vorstellen? Es ist eine andere Welt und ich lebe in ihr. Ja, das Internet lebt auch ein Stueck in mir und meinen Phantasien, heisst das, dass ich Suechtig bin?
Nein, denn Sucht ist ein mit Moral besudeltes Substantiv. So lange die Auswirkungen auf die normale Welt positiv sind, so lange redet man von Inspiration.

Oh wie komisch, warum komme ich gerade heute zu sowas? Glasklar, ab morgen habe ich endlich meinen Telefonanschluss ( Der Arcor Countdown - ein Artikel drueber) und damit auch wieder die Moeglichkeit vom Bett aus die Tuer zum Internet zu durchschreiten. Was liegt da naeher als sich als reflektierender Mensch mit eventuellen Folgen des morgigen Tages auseinander zu setzen.

Points 77

Mittwoch, 2. Februar 2000

Wo bleibt die Ethik(Mittwoch 2 2 2000)

Wo bleibt die Ethik?

Mit geschwollener Studiebrust komme ich gerade aus einer Grossveranstaltung mit Fernsehen, Praesidenten und hohen Wissenschaftlern.
Ranga Yogeshwar demonstrierte und redete mit Professoren Europas ueber die Zukunft, die Nanotechnologie. Ein neues interdisziplinaeres Fachgebiet, welches in naher Zukunft so bedeutend sein wird, wie es die Informatik fuer den momentanen Augenblick ist.
Da ich ja immer meine Theorien weiterspinne, die mir meine Umwelt und mich in ihr beschreiben, blitzte es heute in meinen Augen, als ich diesen Satz hoerte (zitat eines hohen Profs):
"Gott gab uns die Bausteine und stattete sie mit Eigenschaften aus; nun liegt es bei uns diese Teilchen neu anzuordnen und die Schoepfung voran zu treiben".
Wenn ich jetzt im Hinterkopf habe, dass die Eigenschaften dieser Bausteine zu einer Selbstorganisation fuehren und dieses gleichsetze mit der bisherigen "geplanten" Evolution, dann laeuft es mir bei der Vorstellung eiskalt den Ruecken runter, dass diese Herren jetzt Gott spielen.
Im grossen und ganzen festigt das meine Theorie, dass wir uns in der 2ten Phase der Evolution befinden. Zuerst lernten wir mit dem Vorgegebenen zu leben und nun schaffen wir uns mit Hilfe von Gen,Nano,...technologien einen neuen Interaktionsraum.

Ich habe ein Gefuehl in der Magengegend, dass einerseits mitreissend spannend, aber auch Beaengstigend ist.

Points 87