Mittwoch, 20. Oktober 1999

Mittwoch 20 10 1999

Bjoern heut zu mir : "..und denk nicht soviel.."

Da sitz ich nun hier mit verschlossenem Munde. Er spielt Barriere fuer die vielen Gedanken. Ich werde ihn besiegen und die Denkelchen ueber meine Haende in die Tastatur fliessen lassen.
Es geht um mich in der Beziehung zu meinem Mitbewohner. Irgendwas stimmt da nicht und ich versuche seit laengerer Zeit dieses 'etwas' zu finden. Es ist so ein Gefuehl aus dem Bauch heraus, wie wenn man beim Autokauf vor einem Modell steht und genau weiss, dass man das nicht kauft, jedoch nicht weiss warum.
Dieses Gefuehl ist bei mir eigentlich immer da, wenn wir zusammen sind. Dieses ewige Vorsichtigsein um bloss die Ruhe im System beizubehalten. Warum? Weil mir immer bewusst ist, dass er schnell anspricht wenn ihm was nicht passt und das dann in kurzweilige Cholerik ausartet.
Ist das nur mit ihm so? Liegt es vielleicht an der Situation? Aber wieso ist das bei vielen anderen nicht so? Ich stelle mir den Menschen immer mit einer Aura, einem 3dimensionalen Koerper vor, der dann mit den anderen Auren mehr oder minder zusammen passt. Meine Legotheorie. Die Oberflaechen symbolisieren die verschiedenen Eigenschaften und Eigenarten des Menschen. Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht, wie der Koerper bei bestimmten Eigenschaften auszusehen hat, es ist vielmehr ein einfaches Modell um zu beschreiben, dass manche Menschen halt miteinander koennen und manche nicht.
Man besitzt nicht immer den gleichen Koerper um einen herum, er veraendert sich, passt sich den Partnern und Freunden an. Stellen wir uns zwei Verliebte nebeneinander vor, ihre Auren sind engumschlungen, lassen kaum platz mehr fuer einen winzigen Lichtstrahl. Aber bei uns scheint das nicht so.
Man streitet sich zwar um die Klobrille, den Fussel auf dem Boden oder sonstige Kleinigkeiten, dahinter steckt meistens jedoch eine inkompatibilitaet der Auren (Rund-eckig;Rot-Blau;....)
Da kann man nur auf meine Veraenderungstheorie bauen und die Raspel aus dem Keller holen und hoffen, dass es UNS bald besser geht.

Es ist unvorstellbar, welchen Weg diese Buchstaben genommen haben um zu DIR jetzt zu gelangen. Ich werde das mal kurz darstellen:
Bei meinen Haenden waren wir stehengeblieben, diese tippten es in die Tastatur, welche die Daten dann an komplizierte Prozesse im Computer weiterleitete. Dort abgespeichert landeten sie gleich auf einer Diskette, welche mir in meiner Aktentasche durch die halbe Stadt folgte und mir bei Info3 und Astrophysik gesallschaft leistete.
Fast haetten sich die Buchstaben zur Halbwegspause ausruhen koennen, haette ich den Text nicht auf Linux geschrieben. Dieses Filesystem wird hier am Fachbereichsnetz leider nicht unterstuetzt, also lief klein Stefan durch ein 7stoeckiges Informatikgebaeude um Hilfe zu bekommen.
*klopf*klopf* hier *klopf*klopf* da, bis endlich ein Laptop mit Linux gefunden wurde. SCHRECK LASS NACH, er hatte kein Diskettenlaufwerk. "Stefan rennt" zwar nicht fuer 100.000 DM sondern um einen PC mit Linuxpartition im 3ten Stock zu finden. Mit viel Ueberredungskunst beendete der Besitzer sein WinNT und startete Linux und der Datenfluss kam wieder ins Rollen. FTP brachte die Buchstaben in meinen Bereich, von dort sie dann ins onlineTagebuch eingebunden wurden.
Bis sie vor ein paar Sekunden von dir uebers www angefordert worden sind.

Eine Horrorvorstellung und das alles nur, weil mein ISDN zu hause noch nicht geht :((

Points 83
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