Samstag, 4. September 1999

Samstag 4 9 1999

Ein schwimmender Uebergang durch eine Stunde Halbschlaf bis 0830. Sachen packen und fruehstuecken,
doch ich hab mal wieder bei tiefschwarz rollenden belgischen Augen die Zeit verloren, denn der dazugehoerige Mund konnte nicht aufhoeren zu reden. So ungeschlafen zogen wir unseren Film durch die Stadt um irgendetwas zu planen. Was dannn zu einer Umkehr fuehrte um die Sachen zu holen. Welch Effektivitaet?
Den Nachmittag verbrachten wir mit Muedigkeitsflash auf dem Bahnhof. Solch einer fuehrt zu spontanen Lachens, Orientierungslosigkeit, Agressionen und zu starker Diebstahlseinbildung. Mit den letzten Koernern betraten wir dann den SuperklimaTV-mit-Sitzplatzreservierungs-Zug. 1Stuendchen Schlaf war alles, was man sich geben konnte, denn der Zug fuhr mangels Strom nicht weiter.
Also genung Zeit um die darbenden Blicke der Spanierinen vor uns zu befriedigen und uns mit Haenden und Fuessen zu verstaendigen. Irgendwann ging es dann weiter, jedoch nicht weit und ab diesem Zeitpunkt war Zugparty angesagt. Es gab Freibier, Freitelefon und gut gelaunte Spanier und unter ihnen eine so supersuesse Italienerin die ein Laecheln hatte, das es garnicht auffiel, dass sie fliessend Deutsch sprach.
Axel versuchte immer noch mit Haenden und Fuessen auf die Fiesta (Party) der Maedels zu kommen, diese war leider eine Junggesellen(weibliche form davon)Party, wo nur Frauen erlaubt waren. Waere auch zu schoen gewesen. Irgendwann stellte sich heraus, dass unser in BartSipson-Shirt, Sporthose und TruckerCappie gekleideter Nachbar neben uns aus Deutschland kam und fliessend Spanisch spricht.
Klaus-Peter-Bayer "Weltenbummler" steht auf seiner Visitenkarte. Er exportiert 4 Monate im Jahr Autos und den Rest faehrt er nach Spanien, Thailand und den Rest der Welt nur um zu Spass zu haben (nachtraeglich Zensiert). *krass*krass*
Irgendwann gab es dann anstatt ne E-Lok ne Dampflok und es ging weiter. Klaus und die Maedels stiegen in Valencia aus und ich hatte immer noch dieses Gesicht im Kopf. Es gibt diese Situation, da ueberlegt man, ob man sich ewig Vorwuerfe macht oder einfach hingeht.
Ich tat es und genoss es die restliche Fahrt bis 0230 in ihre Augen zu schauen und ein bisschen was ueber Sie, ihr Leben und ihre Einstellung zu erfahren.
Germanistikstudium, Doktorarbeit ueber Michael Ende, 2te Dan im Karate, Kongressorganisatorin in Genua und und und. Aber das war nichts gegen ihre Austrahlung, die sich in mein Gehirn brannte, als wenn du nen Fernseher 2 Jahre anlaesst.(Auch jetzt wo ich im Bus in Richtung Jean sitze[ 10.9.99], laeuft es mir eiskalt den Ruecken runter und meine Hose wird eng ;-)) War es nur der Reiz dieser Erwachsenen Frau(31)? Hat sie mich in Erinnerung behalten, wie ich sie?
0230 kamen wir dann an und wollten uns nach dem Stress mit der RENFE ein paar Stunden aufs Ohr hauen. Daraus wurde nichts, denn ein junges spanisches Paerchen brachte uns ein Kartenspiel bei waehrend Axel die Kommunikation zwischen Anatoli, mir und den Spaniern aufrecht hielt. Er, Anatoli(40) Trucker aus Russia, faehrt ein Jahr nach Spanien um fuer sich, seine Frau und seine 2 Zwillingstoechter Geld zu verdienen, ohne auch nur ein Wort Spanisch, Englisch oder Franzoesisch sprechen zu koennen. Ein krasser Morgen.

Points 99
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