Donnerstag, 2. September 1999

Donnerstag 2 9 1999

In so einer grossen Stadt wie Barcelona ist das Uebernachten in einer Jugendherberge einfach das genialste, was du machen kannst. So einfach lernt man nirgendswo Leute aus aller Welt kennen.
Da war unser kleines Touristenprogram (Sagrada de famiglia, Gaudi...) vor der Siesta nur wie die Milch im Kaffe. Beim Abendbrot in der Gemeinschaftskueche sass man nun bei Wein und lecker selbstgemachter Speisen mit Gero (einem franz.spanisch.Studenten aus HH),
Ires und Julie (die aus Paris kamen und Deutsch, Spanisch und Franzoesisch sprachen), einem aus Suedamerika kommenden Franzosen und zwei Australieren. Eigentlich nichts besonderes, aber wenn man dann lauthals 3 Sprachen kreuz und quer spricht, dann ist das schon beeindruckend und sehr lehrreich.
Die halbe Nacht verbrachten wir ueber den Daechern von Barcelona. Wir philosophierten ueber alles, was uns gerade bewegt. Da sitzt man so in Barcelona II 20 meter ueber Barcelona I, ist umgeben von 1000den Antennen und Freihimmelzimmern und schnuppert in das Leben anderer Leute. Ich habe soviele Parallelen zu meinem Leben und Einstellungen entdeckt, moechte sogar sagen, dass eine Seelenverwandschaft zwischen mir und Gero besteht. Auch Neid auf den aufreisserrischten Franzosen den ich jeh gesehen habe kam auf, denn er fuehrt gerade das Leben, welches in meinem Einzugskreis liegt. Rumreisen, fremde Leute und Kulturen kennenlernen. Ein Kind sein, Spass haben und nur fuer den Moment leben. OK ich sehe das natuerlich nicht nur durch diese Rosabrille, sondern Frage mich schon ob das in dieser scheisskapitalkistischen Welt moeglich und sinnvoll ist.

Points 99
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